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Teppich
Hat dieser klangvolle französische Name auf den ersten Blick ganz und gar nichts mit Pommern zu tun, so ist er doch aufs Tiefste mit der pommerschen Geschichte verbunden. Alles begann – wie so oft – mit einer Heirat. 1619 vermählte sich Anna, die Schwester des letzten pommerschen Herzogs Bogislaw XIV., mit dem lothringischen Herzog Ernst von Croy und Aerschot. Ihr Sohn, Herzog Ernst Bogislaw von Croy, erbte als Nachfahre des Greifengeschlechts den gesamten persönlichen Besitz der Pommernherzöge, darunter auch den später nach ihm benannten „Croy-Teppich“ aus den Zeiten Herzogs Philipps I. (1515-1560). Er verbirgt sich hinter dem monumentalen Portal, das Sie vom Restaurant aus sehen können. 1681 vermachte Erbst Bogislaw den fast 31m² großen Teppich der Universität Greifswald. Die wertvolle Stiftung war mit der Bestimmung versehen, künftig alle zehn Jahre eine Gedenkfeier für seine Mutter Anna von Croy (gest. 7. Juli 1660) und das pommersche Herzogshaus abzuhalten und den Teppich hierbei „in auditorio“ zu präsentieren.

Teppich Vom herzoglichen „Tapetmacher“ Peter Heymans ab 1554 in Stettin gewirkt, war das kostbare Stück wohl als Geschenk für Philipps Schwager Johann Friedrich von Sachsen gedacht, verblieb aber wegen dessen Tod im Wolgaster Schloß. Stolz präsentieren sich das pommersche und das sächsische Fürstenhaus gemeinsam mit dem Reformatorentrio Luther, Melanchton und Bugenhagen. 1536 hatte Luther Herzog Philipp und Maria von Sachsen, die Stiefschwester Kurfürst Johann Friedrichs, zu Torgau getraut. Am Rande der Hochzeitsfeierlichkeiten wurde Pommern in das Verteidigungsbündnis der protestantischen Fürsten aufgenommen. So sind auf dem Croy-Teppich Reformation, Landespolitik und Familiengeschichte geschickt „verwoben“ - immer mit Blick auf das Bündnis mit Sachsen, das für Pommern kirchlich, politisch und kulturell den Beginn eines Abschnittes seiner Geschichte bedeutete.

Unvorstellbar, daß das blühende Herzogsgeschlecht nicht einmal 90 Jahre nach Fertigstellung der „Tapezerey“ erlöschen sollte. Aber die Erinnerung an das pommersche Fürstenhaus, an Ernst Bogislaw von Croy und an seine Mutter ist und bleibt durch den im Pommerschen Landesmuseum präsentierten Croy-Teppich lebendig! Und nun geht der Name „Croy“ auch noch kulinarische Wege...

Mehr Informationen rund um den Teppich finden Sie unter
Linkhttp://www.orientation.de/croy/
Le Croy | Rakower Straße 9 | Im Pommerschen Landesmuseum | 17489 Greifswald | Tel.: 03834-775846 | Di bis So 11.00 - 22.00 Uhr